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Wir gratulieren

Asli Erdogan

zum Remarque-Friedenspreis 2017

und der proeuropäischen Initiative

Pulse of Europe

zum Sonderpreis.

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Offener Brief der Erich Maria Remarque-Gesellschaft zur diplomatischen Beilegung des Konfliks mit Nordkorea an die Bundesregierung

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,

die Erich Maria Remarque-Gesellschaft als Gesellschaft, die sich im Sinne Erich Maria Remarques für Frieden und Menschenrechte einsetzt, wendet sich an Sie mit der Bitte um Vermittlung in der Nordkoreakrise, wie Sie dies bereits angeboten haben.

Neun Tage nach dem letzten Atomtest Nordkoreas beschloss der UN-Sicherheitsrat härtere Sanktionen gegen Nordkorea, um Nordkorea unter Druck zu setzen. Die Antwort aus Pjöngjang kam prompt wie zu erwarten: Keinesfalls werde Nordkorea auf sein Atomprogramm und weitere Atomtests verzichten.

Dies ist die logische Folge einer Politik, die Drohgebärden an Stelle von miteinander Reden und Verhandeln setzt. Eine Politik, die die Welt wieder zurückversetzt in die Situation des Kalten Krieges, jene Situation, die zweiundvierzig Jahre lang den Weltfrieden bedrohte, weil Drohungen an die Stelle von Verhandlungen gesetzt wurden. Mehrfach brachte der Kalte Krieg die Welt gefährlich nahe an den Abgrund eines Atomkrieges. Denn eins haben die Kontrahenten des Kalten Krieges nie begriffen: Man muss miteinander reden, nicht übereinander.

Erstmals seit dem Kalten Krieg diskutieren Experten jetzt wieder detailliert Szenarien eines Atomschlags und der heutige Weltfriede ist möglicherweise heute ernsthafter bedroht als in der Zeit des Kalten Krieges. Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un verspricht, seine Feinde im nuklearen Feuerball zu vernichten und Donald Trump ließ per Pressemitteilung verlauten: "Präsident Trump hat die Entschlossenheit der Vereinigten Staaten bekräftigt, unser Staatsgebiet, unsere Territorien und unsere Verbündeten zu verteidigen und dabei die gesamte Bandbreite unserer diplomatischen, konventionellen und nuklearen Fähigkeiten einzusetzen."

Die beschlossenen Sanktionen des UN-Sicherheitsrates sind der falsche Weg, Nordkorea von seinen Atomwaffen abzubringen. Der Sicherheitsrat hat den Rat aller Nordkorea-Experten in den Wind geschlagen, der da lautet: Reden ist der einzige Ausweg.

Sie, Frau Bundeskanzlerin, haben Ihre Bereitschaft angeboten, aktiv bei der diplomatischen Beilegung der Krise um Nordkoreas Atomrüstung, die gegenwärtig den Weltfrieden bedroht, zu vermitteln. Wir bitten Sie, dieses Angebot schnell zu realisieren. Für unabdingbar halten wir es, darauf zu verweisen, dass nach Auffassung von einer Reihe von Nordkorea-Experten Nordkorea in den vergangenen Wochen angeboten habe, es könne seine Atomwaffen aufgeben, wenn die USA im Gegenzug ihre nuklearen Drohungen gegen Nordkorea beenden würden.

Die meisten Nordkorea-Experten und Beobachter sind sich einig: Kim Jong-un will die USA nicht wirklich angreifen. Die Atomwaffen sollen abschrecken und das Überleben seines Regimes sichern. Aber die Verantwortung für den Weltfrieden liegt in den Händen zweier Männer, die schwer einschätzbar sind: Der eine ein zynischer Diktator, der weder Toleranz noch Menschenrechte kennt, der andere ein unerfahrener Präsident, der Entscheidungen gern impulsiv trifft. Hier ist klares und sachliches Vorgehen dringend notwendig.

Strafmaßnahmen wie härtere Sanktionen sind der falsche Weg. Sie treffen die ohnehin geschlagene Bevölkerung in Nordkorea und stärken die Position von Kim Jong-un in seinem Land.

Grundlage einer Vermittlung könnte der Vorschlag sein, den der amerikanische Nordkorea-Experte Peter Hayes, Leiter des Thinktank in Berkeley, Kalifornien, für ein umfassendes Sicherheitsabkommen mit Nordkorea macht. Hayes nennt sechs Elemente für ein solches Abkommen.

- "Die Einrichtung eines regionalen Sicherheitsrates unter Beteiligung aller Länder in Nordostasien;

- ein Nichtangriffspakt aller am Korea-Konflikt beteiligten Staaten;

- ein Friedensvertrag für Korea, der das bestehende Waffenstillstandsabkommen ersetzt;

- eine allmähliche Beendigung aller unilateralen und multilateralen Sanktionen.

- Nordkorea müsste eine Garantie erhalten, dass es nicht mit Atomwaffen angegriffen wird, wenn es auf den Atommacht-Status verzichtet."

Diesen Vorschlag halten wir als Erich Maria Remarque-Gesellschaft, die sich der Botschaft Erich Maria Remarques verpflichtet sieht, für den richtigen Weg, die gegenwärtige Bedrohung des Weltfriedens durch die Nordkoreakrise abzuwenden.

Erich Maria Remarque, der in seinem berühmten Antikriegsroman "Im Westen nichts Neues" das Grauen des Krieges wie kein anderer geschildert hat, warnte im Jahr 1956, auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges, im Vorwort zu seinem Roman "Der schwarze Obelisk" mit Worten, die angesichts der gegenwärtigen Bedrohung nichts an Aktualität  verloren haben:

"Die Welt liegt wieder im fahlen Licht der Apokalypse, der Geruch des Blutes und der Staub der Zerstörung sind noch nicht verflogen, und schon arbeiten Laboratorien und Fabriken aufs neue mit Hochdruck daran, den Frieden zu erhalten durch die Erfindung von Waffen, mit denen man den ganzen Erdball sprengen kann. - Den Frieden der Welt! Nie ist mehr darüber geredet und nie weniger dafür getan worden als in unserer Zeit; nie hat es mehr falsche Propheten gegeben, nie mehr Lügen, nie mehr Tod, nie mehr Zerstörung und nie mehr Tränen als in unserem Jahrhundert, dem zwanzigsten, dem des Fortschritts, der Technik, der Zivilisation, der Massenkultur und des Massenmordens."

Mit freundlichem Gruß

Bernd Stegemann, Tilman Westphalen, Lioba Meyer

Erich Maria Remarque-Gesellschaft, 13.09.2017

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Ramstein Kampagne 2017

Bitte rufen Sie bei YouTube die beeindruckende Rede

von Eugen Drewermann

in Kaiserslautern am 8. September 2017 auf!

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 9. Sept. 2017

12 Uhr

Osnabrück

Hasefriedhof, Haupteingang

Veranstaltung anlässlich des 100. Todestages von Anna Maria Remark, der Mutter von Erich Maria Remarque. Auch an die während der Nazi-Zeit hingerichtete Elfriede Scholz soll dabei erinnert werden. Sie war die Schwester Remarques.


 

 Ehrung für Tilman Westphalen

Professor Dr. Tilman Westphalen, Ehrenvorsitzender der Remarque Gesellschaft, hat am 10.09. 2015 im Rahmen eines Festaktes vom Landschaftsverband Osnabrück e.V. die Auszeichnung 2015 erhalten.
Es ist eine Auszeichnung für seinen unermüdlichen Einsatz für eine Antikriegskultur. Beispielhaft zu nennen ist die Einrichtung der Erich Maria Remarque Dokumentationsstelle an der Universität Osnabrück, aus der das Remarque Friedenszentrum hervorgegangen ist und dessen Leiter er viele Jahre gewesen ist.
„Herr Professor Westphalen hat sich in hohem Maße für die Friedensstadt Osnabrück sowie für die Völkerverständigung engagiert. Mit feinem Gespür für relevante Themen hat er diese über viele Jahre hin erfolgreich und mit großer Beharrlichkeit verfolgt,“  heißt es in der Begründung.
Die Laudatio hielt die Osnabrücker Bürgermeisterin Karin Jabs-Kiesler.

 


 

Ehrenmitgliedschaft für Abdallah Frangi und Avi Primor


Foto Elvira Parton / NOZ 01. Mai 2015

30.April 2015: Friedenssaal des Osnabrücker Rathauses:
Verleihung der Ehrenmitgliedschaft an
Abdallah Frangi und Avi Primor

 


 

   

 Bilder aus der
Graphic Novel nach Remarques
"Im Westen nichts Neues"
von Peter Eickmeyer
Splitter Verlag,2014

 

 


  

 

 

 

REMARQUE - Erich Maria Remarque Gesellschaft e.V.